Shiatsu gehört zu den anerkannten Methoden der KomplementärTherapie. «Komplementär» bedeutet zum einen, dass Genesung von verschiedenen, sich ergänzenden Faktoren abhängig ist. Zum anderen verweist der Begriff auf die ergänzende und partnerschaftliche Tätigkeit von KomplementärTherapeutinnen und KomplementärTherapeuten der Methode Shiatsu in Bezug auf andere Berufe des Gesundheitswesens.

Grundlage und gemeinsamer Nenner aller Methoden der KomplementärTherapie bilden vier wesentliche Prinzipien, wie sie im Berufsbild KomplementärTherapie beschrieben sind. Dazu gehört erstens ein Menschenbild, welches den Menschen als Einheit von Körper, Seele und Geist versteht. Der Mensch wird in seiner Einzigartigkeit gesehen und respektiert und mit dem Wissen um seine Selbstkompetenz und sein innewohnendes Potenzial betrachtet.

Zweitens verfolgen KomplementärTherapeutinnen und KomplementärTherapeuten als gemeinsames Ziel, die Selbstregulation und die Selbstwahrnehmung zu fördern und die Klientinnen und Klienten in einem eigenverantwortlichen Umgang mit Beschwerden und Krankheiten zu unterstützen.

Drittens definiert sich komplementärtherapeutisches Handeln als ein interaktives – das therapeutische Geschehen entwickelt sich in der Beziehung zwischen der Therapeutin oder dem Therapeut und der Klientin oder dem Klienten. Klientinnen und Klienten erleben in der KomplementärTherapie körperliche Erfahrungen als fassbar und beeinflussbar.

Als vierter Aspekt orientiert sich die KomplementärTherapie an der Prozesshaftigkeit von therapeutischen Geschehnissen und Veränderungen. Zentral ist in diesem prozesshaften Ansatz unter anderem das begleitende Gespräch, durch welches die körperlich ausgelösten Wahrnehmungen reflektiert und in Verbindung mit den Ressourcen der Klientinnen und Klienten gebracht werden, so dass sie nachhaltig auf gesundheitsfördernde Veränderungsprozesse wirken.