Behandlungserfolge in der ambulanten Herzrehabilitation

Die positive Wirkung von Shiatsu steigert die Behandlungserfolge von Giuseppe Mungo und seinem Rehabilitationsteam. Der Physio- und Herztherapeut ist Leiter des Fachteams Kardial, Pulmonal und Neurologie am Institut für Physiotherapie des Kantonsspitals Winterthur. Seinen PatientInnen der ambulanten Herzrehabilitation Cardiofit empfiehlt er jeweils dann Shiatsu, wenn er bei bestimmten Beschwerden keine physiologischen Ursachen ausmachen kann. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit bezeichnet er als wertvoll.

Bei welchen Beschwerdebildern empfehlen Sie Shiatsu?
Typische Beschwerdebilder, bei denen wir unseren PatientInnen Shiatsu als Behandlung empfehlen sind Brustschmerzen, Druckgefühl oder auch Atemnot ohne kardiale Ursache.

Sie gehen in solchen Fällen also davon aus, dass die Ursachen der Beschwerden nicht nur auf der physischen Ebene liegen?
Genau.

An welche Ebenen denken Sie da zum Beispiel?
Das kann an Schwierigkeiten bei der Verarbeitung einer Herzerkrankung liegen, Angst oder Unsicherheit kann mitschwingen.

Welche Reaktionen auf Shiatsu-Behandlungen beobachten Sie bei Ihren PatientInnen?
Die bisher zugewiesenen PatientInnen haben sehr gut reagiert. Die Beschwerden liessen in der Regel rasch nach.

Gibt es eine Patientengruppe, die besonders gut auf Shiatsu anspricht?
Das kann man so nicht sagen. Grundsätzlich muss auch von Seiten der betroffenen Person eine Offenheit gegenüber fernöstlicher Medizin da sein. Deshalb raten wir immer unverbindlich zu Shiatsu und überlassen die Kontaktaufnahme den PatientInnen.

Inwiefern integrieren Sie die positiven Wirkungen der Shiatsu-Behandlungen in die Physiotherapie?
Klingen die oben beschriebenen Beschwerden ab, können wir besser trainieren. Unser Behandlungserfolg steigt somit bei positiver Wirkung des Shiatsu.

Was bedeutet Ihnen als Physiotherapeut die Zusammenarbeit mit TherapeutInnen der KomplementärTherapie?
Sie ist eine wertvolle externe Ergänzung meiner bereits vielfältigen interdisziplinären Zusammenarbeit im Spital.

Wie beurteilen Sie im Allgemeinen das Zusammenwirken von klassischen Methoden mit Methoden der KomplementärTherapie?
Das Zusammenwirken hängt sehr stark von der Einstellung einer Person ab. Am Ende ist eine jede und ein jeder, unabhängig von der angewandten Methode, selbst für die eigene Gesundheit und Genesung verantwortlich.

Denken Sie, dass ein solches Zusammenwirken in Zukunft noch verstärkt werden kann oder sollte?
Aktuell stellt die Kooperation mit einer Shiatsu-Therapeutin hier in Winterthur für uns das Optimum dar. Langfristig könnten sich auch andere Formen ergeben.

Wenn Sie nun selbst unter bestimmten Beschwerden leiden würden – könnten Sie sich Shiatsu für sich selbst vorstellen?
Ja, grundsätzlich schon. Wenn ich aber denke, dass ich seit 5 Monaten einen Augenarzttermin vereinbaren sollte …

Interview: Cristina Frey

INFORMATIONSVERANSTALTUNG ZU SHIATSU IM KANTONSSPITAL WINTERTHUR

Giuseppe Mungo ist Leiter des Fachteams Kardial, Pulmonal und Neurologie am Institut für Physiotherapie des Kantonsspitals Winterthur. Bei Beschwerdebildern mit unklaren physischen Ursachen empfiehlt der Physio- und Herztherapeut seinen HerzpatientInnen Shiatsu. Seine Erfahrungen sind durchwegs gut. Die positive Wirkung von Shiatsu fördert auch die Erfolge der

Rehabilitation. Bei seinen Empfehlungen arbeitet der Spezialist eng mit der Shiatsu-Therapeutin und SGS-Mitglied Rebecca Mutter zusammen. Diese hat er in Absprache mit dem Reha-Team zu einer Informationsveranstaltung für PatientInnen ans Kantonsspital eingeladen. Dies, um auch in seinem Team ein Verständnis für Shiatsu, seine Anwendungsgebiete und Wirkungsweisen zu schaffen.