Wie wirkt Shiatsu bei Migräne?

Menschen, die von wiederkehrenden Migräneanfällen betroffen sind, haben oft einen langen Leidensweg hinter sich. Die Erkrankung belastet sie in ihrem Alltag erheblich und wirkt sich auf ihre Lebensfreude aus. Komplementärtherapeutische Behandlungsformen wie Shiatsu eignen sich, um Migräneanfällen vorzubeugen und die Medikamenteneinnahme zu verringern. Zu diesem Schluss kommt auch eine Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde (siehe Box unten).

Etwa 15% der weiblichen und 5-7% der männlichen Bevölkerung leiden unter wiederkehrenden Migräneanfällen. Charakteristisch für die Erkrankung ist ein pulsierender Kopfschmerz, aber auch Übelkeit und Erbrechen bis zu neurologischen Ausfallserscheinungen sind mögliche Symptome. Betroffene werden dadurch in ihren alltäglichen Tätigkeiten eingeschränkt und es vergehen oft viele Jahre, bis sie für diese meist erblich bedingte Erkrankung die passende Behandlungsform gefunden haben.

Menschen, die regelmässig an Migräne leiden, haben meist bereits einen langen Leidensweg hinter sich und suchen eine Shiatsu-Therapeutin häufig auf Empfehlung eines  Arztes auf. Ein verbreiteter Auslöser von Migräne sind bei Frauen hormonelle Schwankungen (Menstruationszyklus). Aber auch in Lebensphasen, in denen Betroffene besonders gestresst sind, wie beispielsweise in Prüfungssituationen, bei hoher Arbeitsbelastung oder durch familiäre Beanspruchungen, kann es häufiger zu Migräneanfällen kommen. Die Shiatsu-Therapie kann mit ihrem ganzheitlichen Genesungsansatz helfen, das Leiden zu lindern.

Gewohnheiten reflektieren und Spannungen lösen
Im Gespräch identifiziert die Therapeutin zusammen mit dem Klienten Gewohnheiten und Verhaltensmuster, welche Migräneanfälle begünstigen können. Das Ziel ist es, den Klienten dabei zu unterstützen, diese zu erkennen, um bestimmte Muster loszulassen und eingefahrene Situationen zu verändern. Behutsam wird der Klient dahin geführt, die Selbstregulierungskräfte seines Körpers anzuregen und seine Selbstwahrnehmung zu verbessern.

Die Behandlung selbst bietet Klientinnen und Klienten die Möglichkeit, sich zu entspannen, aufzutanken und ein Gefühl des Angenommenseins zu erleben. Der charakteristische, achtsame und rhythmische Druck auf den Körper und seine Energieleitbahnen vermittelt ein deutliches und nachklingendes Gefühl von Weite, Raum und Ganzheit. Die Lebensenergie «Ki» wird mit entsprechenden Impulsen angeregt und unterstützt die Klienten dabei, beengende Lebensmuster loszulassen. Energetische Blockaden und muskuläre Verspannungen werden in der Behandlung gelöst. Dadurch wird die Fähigkeit zur Selbstregulation angeregt, sodass die Betroffenen belastende Lebensumstände besser ausgleichen und diesen mit mehr Resilienz begegnen können.

Dass Shiatsu in der Vorbeugung von Migräneanfällen einen wertvollen Beitrag leisten kann, bestätigt auch eine vor kurzem veröffentliche Pilotstudie.

Studie belegt: Shiatsu kann Medikamenteneinnahme bei Migräne verringern
Die Studie wurde an der Sapienza-Universität in Rom durchgeführt und untersuchte, ob Shiatsu-Behandlungen in Kombination mit der Einnahme von Amitriptylin1 die Häufigkeit von Migräneattacken senken kann. Dabei wurden die unterschiedlichen Teilnehmergruppen entweder nur mit Shiatsu, nur mit Amitriptylin oder mit einer Kombination von beidem behandelt. Ziel war es, bei Betroffenen sowohl die Kopfschmerztage pro Monat zu reduzieren als auch die Schmerzmittel, die sie monatlich einnahmen, zu protokollieren. Bei allen Gruppen zeigte sich, dass mit der Behandlung nicht nur die Kopfschmerzen weniger stark wurden und weniger häufig auftraten, sondern die Betroffenen auch deutlich weniger Schmerzmittel einnehmen mussten. Dabei wurde Shiatsu besonders gut vertragen und löste im Gegensatz zur Behandlung mit Amitriptylin keinerlei Nebenwirkungen aus. Sowohl als Einzelbehandlung wie auch in der Kombination führte Shiatsu zudem zu einer geringeren Schmerzmitteleinnahme als bei der rein medikamentösen Behandlung mit Amitriptylin.

1) Amitriptylin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva, der unter anderem auch zur Migräne-Prophylaxe eingesetzt wird.

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

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