Wie wirkt Shiatsu bei Stress?

Immer mehr Menschen in der Schweiz fühlen sich gestresst und erschöpft. Sie haben nicht mehr genügend Ressourcen, um Herausforderungen im Arbeits- oder Privatleben zu meistern und leiden infolgedessen häufig unter gesundheitlichen Problemen. Die KomplementärTherapie Shiatsu ist aufgrund ihres ganzheitlichen Genesungsansatzes besonders geeignet, um Menschen in stressbedingten Situationen zu begleiten. Zu diesem Schluss kommt auch eine aktuelle Studie, die in Kürze veröffentlicht wird
(siehe Box unten).

Von Verspannungen und Schmerzen über Schlafstörungen bis zu Herzkreislaufproblemen reichen die vielfältigen Symptome, unter denen Betroffene leiden.

Stressmuster erkennen und durchbrechen
Häufig suchen Klienten die Unterstützung einer Shiatsu-Therapeutin aufgrund eines der oben beschriebenen Symptome. Hauptziel der Therapie ist es, die Selbstregulierungskräfte des Körpers anzuregen, die Selbstwahrnehmung zu unterstützen und die Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit zu fördern. Stressbetroffenen bietet sie die Möglichkeit des Entspannens, Auftankens und ein Gefühl des Angenommenseins.

Der charakteristische, achtsame und rhythmische Druck auf den Körper und seine Energieleitbahnen vermittelt ein deutliches und nachklingendes Gefühl von Weite, Raum und Ganzheit. Die Lebensenergie «Ki» wird mit entsprechenden Impulsen angeregt, sodass beengende Lebensmuster losgelassen werden können. Im begleitenden Gespräch arbeiten Therapeutin und Betroffene gemeinsam heraus, welche Lebensumstände zu den stressbedingten Beschwerden führen. Die Shiatsu-Therapeutin hilft dabei, Stressmuster und Lebenssituation zu reflektieren und vermittelt einfache Übungen, die entspannend und stärkend wirken. Energetische Blockaden und muskuläre Verspannungen werden in der Behandlung gelöst und die Betroffenen gewinnen ihre natürliche Fähigkeit zur Selbstregulation zurück, sodass sie belastende Lebensumstände wieder ausgleichen können. Die Betroffenen finden zurück zu einer tiefen Ruhe, Gelassenheit und Entspannung und können ihre Batterien Stück für Stück wieder aufladen. Damit wird Shiatsu zu einem besonders geeigneten Mittel, um Menschen in belastenden und stressgeprägten Lebensphasen zu begleiten.

Die Wirksamkeit von Shiatsu bei stressbedingten Beschwerden wurde unter anderem in einer internationalen Repräsentativstudie der Universität Leeds nachgewiesen.

Aktuelle Studie bestätigt: Shiatsu hilft bei Stress
Hat Shiatsu einen positiven Einfluss auf die Stressverarbeitung? Mit dieser Fragestellung befasst sich die Pilotstudie von Claudia Beatrice Leyh-Dexheimer im Rahmen ihrer Bachelorarbeit am Steinbeis-Transfer-Institut in Berlin, die in Kürze publiziert wird. Drei Fragen an die Studien-Verfasserin und langjährige Shiatsu-Therapeutin:

Wieso haben Sie sich mit dem Thema «Stress» auseinandergesetzt?
Viele Beschwerden und Symptome, die mir in meinem Praxisalltag geschildert werden, entstehen häufig aufgrund einer Überforderung in verschiedenen Lebensbereichen. Diese Überforderung ist es, was wir als Stress bezeichnen. In meiner über 15-jährigen Shiatsu-Tätigkeit konnte ich beobachten, wie sich Stresssymptome im körperlichen, geistigen und emotionalen Bereich bei den Klientinnen und Klienten durch Shiatsu-Anwendungen verringerten. Das Studium Bachelor of Science in der Fachrichtung Shiatsu eröffnete mir die Möglichkeit, meine subjektiven Erkenntnisse (Bauchgefühl) wissenschaftlich zu untermauern.

Auf welchen Grundlagen und Messwerten beruht Ihre Studie?
In einem Fachartikel beschreibt Kerstin Uvnäs-Moberg[1] die Wirkung von «gentle skin contact» auf die Ausschüttung von Oxytocin, dem sogenannten Kuschelhormon. Basierend auf dieser These wird das Hormon Oxytocin als Messinstrument verwendet. Dadurch stand der Studie ein klinischer Laborparameter zur Auswertung zur Verfügung. Zusätzlich wurde in einer Fragebogenhebung die Eigenempfindung der Probanden erfasst.

Die Studie ist noch nicht veröffentlicht. Können Sie trotzdem schon erste Erkenntnisse verraten?
Die Ergebnisse sind sehr positiv. Signifikant bis sehr signifikant, wie es wissenschaftlich ausgedrückt heisst. Sie lassen sich wie folgt zusammenfassen: Shiatsu hat einen positiven Einfluss auf die Stressverarbeitung. Bereits eine Anwendung zeigt Wirkung, wodurch Shiatsu in schwierigen Lebenssituationen als «ad hoc»-Massnahme genutzt werden kann. Der Zeitabstand zwischen den Anwendungen kann nach zwei bis drei Behandlungen erhöht werden, ohne dass der positive Effekt verloren geht.

Die Shiatsu Gesellschaft Schweiz wird die Studie auf ihrer Website nach der Veröffentlichung publizieren.

[1] Vgl. Uvnäs-Moberg und Petersson 2011

 

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